13.02.2012 | 17:48 Uhr

ROUNDUP/Merkel: Regulierung von "Schattenbanken" schrittweise

BERLIN (dpa-AFX) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Erwartungen an eine rasche und umfassende Regulierung der "Schattenbanken" mit ihren unkontrollierten und risikoreichen Milliardengeschäften gedämpft.

Eine Gesamtregulierung auf globaler Ebene wäre sicher wünschenswert. Um aber überhaupt zu mehr Transparenz zu kommen, wäre in einem ersten Schritt eine zunächst indirekte Aufsicht sehr sinnvoll, sagte Merkel am Montag in Berlin nach einem Treffen der Expertengruppe "Neue Finanzmarktarchitektur" um den früheren Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Otmar Issing. In einem nächsten Schritt müsse dann die direkte Aufsicht folgen.

Damit griff Merkel einen Vorschlag der "Issing-Gruppe" zur Eindämmung der globalen Risiken durch das Schattenbanksystem auf. Diese hatte vorgeschlagen, zunächst die Kontakte der regulierten Finanzindustrie mit Schattenbanken zu kontrollieren. In einem zweiten Schritt sollten dann Hedge-Fonds direkt beaufsichtigt werden.

Zur Eindämmung der Risiken seien Informationen notwendig, sagte Issing. Er warb erneut für den Vorschlag einer "Risikolandkarte". In den USA gebe es bereits eine Stelle zum Sammeln und Auswerten von Daten. Ein vergleichbares Instrumentarium sollte es auch in Europa geben, um die Risiken überhaupt erst einmal zu beziffern.

Hintergrund der Bemühungen auf Ebene der Top-Wirtschaftsmächte (G20) ist der Boom bei den bisher völlig unkontrollierten Finanzjongleuren, die verstärkt in den "Schattenbanksektor" abwandern. Auch weil Banken und Versicherer inzwischen strenger beaufsichtigt werden, wächst die Gefahr von Ausweichmanövern.

Die Nicht-Banken jonglieren mit dubiosen Konstrukten sowie unvorstellbaren Summen und wickeln jene Deals ab, die kontrollierte Banken auslagern. Schätzungen gehen davon aus, dass "Schattenbanken" etwa 25 bis 30 Prozent des globalen Finanzsystems ausmachen. Zwischen 2002 und 2010 soll das Schattenbank-Volumen von 25 Billionen US-Dollar auf 60 Billionen US-Dollar gestiegen sein. Allein in den USA wird mit 16 000 Milliarden ein größeres Kreditvolumen bewegt als von herkömmlichen Banken (13 000 Milliarden Dollar).

Profiteure sind Hedge-Fonds und Private-Equity-Gesellschaften. Diese werden von großen Pensionsfonds, Versicherern und Banken derzeit mit frischem Geld geradezu zugeschüttet. Geldhäuser nutzen "Schattenbanken" als Handelspartner, um Risiken loszuwerden.

Merkel mahnte erneut schnellere und tiefgreifendere Reformen an den Finanzmärkten an: "Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise sind noch nicht überwunden." Zwar habe die Staatengemeinschaft an manchen Stellen dazugelernt. Es müsse aber intensivst weitergearbeitet werden. Es sei noch nicht der Punkt erreicht, an dem eine Finanzmarktkrise wie im Jahr 2008 nicht mehr entstehen könne.

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Fonds

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  • 23.02.2012 | 10:19 Uhr

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    HAMBURG (dpa-AFX) - Trotz der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist die Zahl der privaten Insolvenzen in Deutschland nur leicht zurückgegangen. Im vergangenen Jahr meldeten gut 136.000 Bundesbürger Privatinsolvenz an, teilte die Wirtschaftsauskunftei Bürgel am Donnerstag in Hamburg mit. Das sind 2,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. "Aufgrund einer sehr niedrigen Arbeitslosenquote mit dem tiefsten Stand seit 20 Jahren hätte der Rückgang stärker ausfallen müssen", sagte Geschäftsführer Norbert Sellin.

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    FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine ethisch zweifelhafte Geschäftsidee fällt der Deutschen Bank auf die Füße: Nach öffentlicher Kritik bietet der Konzern Anlegern den Ausstieg aus dem geschlossenen Fonds "db Kompass Life 3" an. Das Produkt ist eine Art Wette auf die Restlebensdauer von etwa 500 Menschen: Sterben die sogenannten Referenzpersonen früher als erwartet, erhöht sich die Rendite für die Investoren.

  • 21.02.2012 | 15:11 Uhr

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    KASSEL (dpa-AFX) - Die Zahl der Klagen wegen Hartz IV ist 2011 erstmals seit Einführung der Arbeitsmarktreform wieder gesunken. Bei den deutschen Sozialgerichten gingen im vergangenen Jahr 170 488 Klagen zu dem Thema ein - das sind 9000 weniger als noch 2010. Diese Zahlen legte der Präsident des Bundessozialgerichts (BSG), Peter Masuch, am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresberichts in Kassel vor.

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  • 17.02.2012 | 14:29 Uhr

    Finanzagentur kündigt 40.000 Konten von Privatkunden

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