16.02.2012 | 07:34 Uhr
"Volatilität in Schwellenländern reduzieren"

ACMBernstein ist eines der führenden Investmentmanagement-Unternehmen der Welt. Fundresearch sprach mit James Ross. Er ist Head of Senior-Portfoliomanagers und für einen ambitionierten Fonds zuständig: Den ACM Bernstein Emerging Markets Multi-Asset Portfolio.
Fundresearch: Der ACMBernstein Emerging Markets Multi-Asset Portfolio hat eine Story. Verraten Sie uns, was diese ausmacht?
Ross: Die Schwellenländer verzeichnen ein rasantes Wachstum und bieten Aktienanlegern somit attraktive Anlagechancen. Doch die Erträge können ausgeprägten Wertschwankungen unterliegen. Unserer Meinung nach ist es möglich, die Volatilität von Schwellenländerinvestments zu reduzieren, ohne gleichzeitig das Ertragspotenzial zu mindern.
Fundresearch: Wie soll dies funktionieren?
Ross: Dies gelingt durch ein Engagement in einem Multi-Asset-Portfolio aus Aktien, Anleihen und Währungen, das mit einer aktiven Strategie gemanagt wird. Dabei sind Aktien bei weitem nicht die einzige Möglichkeit, vom Wirtschaftswachstum der Schwellenländer zu profitieren. Die Anleihemärkte sind ebenfalls attraktiv. Viele Regierungen und Unternehmen verfügen über eine solide Finanzlage. Eine starke Volkswirtschaft kann auch der Währung Auftrieb geben. Bedenken Sie zudem: Ein weiterer Vorteil einer Multi-Asset-Strategie, die keinerlei Einschränkungen unterliegt, besteht darin, dass ein Manager in eine größere Anzahl von Staaten investieren darf, zum Beispiel auch in Industriestaatenunternehmen die enge Geschäftsbeziehungen zu Schwellenländermärkten haben.
Fundresearch: Mit diesem Ansatz können Sie relativ frei an den Kapitalmärkten agieren. Haben Sie hierzu auch die notwendige Erfahrung?
Ross: Davon gehe ich aus. Unser EM-Investmentteam besteht aus fünf Spezialisten unterschiedlicher Prägung. Dies sind Morgan Harting, Marco Santamaria, Henry D’Auria, Paul DeNoon und ich als Senior Portfolio Manager. Durchschnittlich hat dieses Team 20 Jahre Branchenerfahrung. Das Haus Alliance-Bernstein bietet zudem mehr als 15 Jahre Erfahrung bei der Verwaltung von Investments in Schwellenländeraktien und –anleihen. Das verwaltete Vermögen in Schwellenländerportfolios liegt bei ca. 28 Mrd. EUR.
Fundresearch: Wie gehen Sie bei der Auswahl der Titel vor?
Ross: Anstatt bei der Verwaltung unserer Multi-Asset-Strategie lediglich einzelne, unabhängig voneinander gemanagte Komponenten zusammenzubringen, wird bei dieser Strategie ein ganzheitlicher Ansatz umgesetzt. Dieser kombiniert Aktien, Anleihen, Währungsengagements und andere Schwellenländerengagements miteinander. Das Portfolioteam passt die Portfoliogewichtungen der einzelnen Komponenten mittels einer Reihe quantitativer und qualitativer Instrumente an. Dabei wird auch auf die auf der Erfahrung des Investmentteams beruhende fundamentale Einschätzung berücksichtigt. Auf diese Weise können wir das Portfolio zeitnah und effizient auf die jeweils besten risikobereinigten Ertragschancen ausrichten.
Fundresearch: Mit welchen Wertschwankungen müssen Anleger rechnen?
Ross: Wir sind davon überzeugt, dass wir die Volatilität im Laufe des Investmentzyklus auf rund 75% eines reinen Schwellenländeraktien-Portfolios reduzieren können. Dies entspricht in etwa den Wertschwankungen eines auf die globalen Industriestaaten ausgerichteten Aktienportfolios. Dadurch können sich die Anleger neben ihren Engagements an den etablierten Börsenplätzen auch an den Schwellenländermärkten engagieren, ohne dabei ihr Risikoprofil insgesamt zu beeinträchtigen.
Fundresearch: Gibt es Richtwerte, wie hoch die jeweiligen Anteile von Aktien, Anleihen und Währungsengagements sein sollen?
Ross: Ja, die gibt es: Bei Aktien sind über längere Zeiträume etwa 75 Titel angestrebt (aktuell 82). Bei Anleihen sollen es 50-75 sein (aktuell 56). Bei Währungen zwischen fünf und zehn (aktuell 6).
Fundresearch: Warum sollte man gerade jetzt investieren? Was ist der Katalysator für diese Anlagechancen?
Ross: Obwohl die Volkswirtschaften der Schwellenländer mittlerweile mehr als ein Drittel der Wirtschaftsaktivitäten weltweit repräsentieren, sind viele Anleger in diesen Ländern immer noch deutlich untergewichtet. Dies vor dem Hintergrund, dass das Wachstum in den Schwellenländern deutlich höher ist als in den Industriestaaten. Angesichts des höheren Risikos, mit dem Schwellenländeraktien (im Vergleich zu Aktien aus den Industriestaaten) behaftet sind, sollte die Flexibilität dieser Strategie, sowohl in Aktien als auch in Anleihen investieren zu können, einen beträchtlichen Schutz vor Rückschlagrisiken bieten.
Fundresearch: Die Basiswährung des Portfolios ist USD. Bieten Sie auch währungsgesicherte Anlageklassen an?
Ross: Ja, der in Luxemburg ansässige SICAV ist in einer Reihe währungsgesicherter Anteilsklassen (GBP, EUR und CHF) erhältlich. Dadurch haben Anleger die Möglichkeit, einen in lokalen Währungen denominierten Ertrag zu erzielen, der enger mit dem Ertrag in der Basiswährung des Portfolios korreliert ist. Dabei werden die Auswirkungen von Wachselkursschwankungen zwischen Basiswährung des Portfolios und der vom Anleger gewählten Währung ausgeglichen.
Fundresearch: Welche Anleger- und Distributorengruppen sprechen Sie in Deutschland eigentlich besonders an?
Ross: Neben Institutionellen Anlegern und Banken sprechen wir auch die IFAs an. Und dies sowohl in der Gruppe der 34f-Makler als auch in der Gruppe, die nach §32 KWG registriert sind. Gerade Deutschland bietet hier einige Besonderheiten, auf die es lohnt, einzugehen.
(DIF)

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