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31.07.2012 | 15:05

View from the trading floor

Kommentar vom Investment Technology Team von Henderson Global Investors zu den Q3-Zahlen von Apple.

Apple ist mit seinen Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 mit Umsatz und Gewinn je Aktie um 6% bzw. 10% hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Das Umsatzwachstum verlangsamte sich auf 23%, während Händler mit 59% gerechnet hatten. Vor allem der deutlich geringere Verkauf von iPhones mit 26 Mio. Stück gegenüber erwarteten 28 Mio. Stück, der eher verhaltene Absatz von Mac- Computern und die deutliche Abkühlung am chinesischen Markt waren hier ausschlaggebend. Die durchschnittlichen Verkaufspreise sanken in den meisten Apple-Segmenten: iPads beispielsweise verbilligten sich gegenüber dem Vorjahr um 18%, iPhones um 5%. Deutliche Einbußen gab es auch bei der Bruttomarge gegenüber dem Vorquartal, denn Produkte mit niedrigeren Margen hatten höheren Anteil am Gesamtumsatz.

Ein Großteil der Probleme scheint mit dem Produktzyklus zusammenzuhängen und war deshalb bei Vorlage der Zahlen gestern Abend keine Überraschung. Tatsächlich hatten auch wir wegen kurzfristiger Bedenken unsere Apple-Position in der letzten Woche leicht reduziert und uns damit erstmals seit Januar 2008 vorsorglich von einem Teil unserer Apple-Aktien getrennt. Das allseits erwartete iPhone5 ist die naheliegendste Begründung für den Absatzrückgang beim iPhone – eine Entwicklung, die wir aus früheren Produktzyklen kennen. Das aufpolierte Macbook kam erst kurz vor Quartalsende in die Läden, und in China litt der Umsatz darunter, dass die Markteinführung des neuen iPad erst am 20. Juli erfolgte (ungeachtet dessen lagen die verkauften iPad-Stückzahlen mit einem Plus von 84% gegenüber dem Vorjahr im dritten Quartal über den Erwartungen). Die nun anstehenden neuen Produktzyklen sollten helfen, Umsätze und Gewinnmargen zu steigern. Rechtzeitig vor Beginn des wichtigen Weihnachtsgeschäfts dürften das neue iPhone5, ein neuer iPad-Mini und die aufgefrischte Mac-Produktlinie in den Regalen stehen und für starke Verkaufszahlen sorgen.

Wichtig ist für uns, dass sich an unserem langfristigen Anlageszenario nichts geändert hat. Wir haben uns seit jeher vor allem auf die Stärken von Apple als eigenständige Plattform für iOS, iTunes, AppStore, iCloud etc. konzentriert, mit der es die Kunden in einer Weise an sich bindet, die weit über das in der Verbraucherelektronik sonst übliche Maß hinausgeht. Zusammen mit langfristigen Entwicklungen, Wachstumstrends auf Apples Schlüsselmärkten, niedrigem KGV von rund 8 basierend auf den Konsensgewinnen für 2013 (vor Barmitteln) und einem gigantischen Cash-Saldo von derzeit 117 Mrd. US$ (+53% ggü. dem Vorjahr) ergibt sich hieraus ein unverändert attraktives Risiko-/Chanceprofil. Das lässt die durch kurzfristige Produktentwicklungen ausgelösten Schwankungen in den Hintergrund treten.

Auch wenn dies ein gemessen an den Erwartungen der Marktteilnehmer schwaches Quartal für Apple war, sollte nicht vergessen werden, dass Apple die gesamte Branche in Sachen Gesamtumsatz in den Schatten stellt und offenbar in allen seinen wichtigsten Segmenten Marktanteile hinzugewonnen hat.

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