06.07.2012 | 12:09 Uhr

Made in Germany

Die außenwirtschaftliche Verflechtung Deutschlands
06/2012
Dr. Martin Raschen
KfW-Bankengruppe (Website)

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Made in Germany

Deutsche Produkte mit starkem Anteil am Welthandel. Exportnation kann sich behaupten. Direktinvestitionen steigen.

Die Exporte deutscher Waren und Dienstleistungen sind zwischen 2000 und 2008 kontinuierlich gestiegen, im globalen Krisenjahr 2009 brachen sie ein, konnten jedoch anschließend wieder anziehen. Das geht aus der Studie „Die außenwirtschaftliche Verflechtung Deutschlands“ hervor, die im Juni von der KfW Bankengruppe herausgegeben wurde. „Produkte made in Germany haben einen signifikanten Anteil am Welthandel, und deutsche Unternehmen tragen in vielen Ländern der Welt mit Direktinvestitionen und Knowhowtransfer zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei, was letztlich auch wieder dem Produktionsstandort Deutschland zugutekommt“, so Dr. Martin Raschen, Autor der Studie. Dass deutsche Produkte weltweit gefragt sind, zeige sich auch daran, dass sie trotz des Rückschlags im Jahr 2009 mit 1,2 Billionen Euro nominal um 80 Prozent höher lagen als 2000. Dabei seien die Exporte stärker gestiegen als das Bruttoinlandsprodukt (BIP), was zu einer deutlichen Steigerung der Exportintensität (Exporte in Relation zum BIP) von 48 Prozent in 2011 geführt habe. Auch im weltweiten Vergleich sei die Exportintensität Deutschlands – gemessen am Durchschnitt der OECD und der Gesamtgruppe der Entwicklungsländer – relativ hoch.

Exporte in Relation zum BIP 2000-2007: Deutschland spielt vorne mit

Als Absatzmarkt deutscher Produkte dominierte im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends eindeutig die Europäische Union. „Weit hinter der EU folgen andere Industrieländer (USA, Kanada u.a.), deren Anteil zwar signifikant ist, aber in dem genannten Zeitraum ebenfalls zurückging“, erläutert Raschen. Diesen beiden Industrieländergruppen stünden die Entwicklungs- und Schwellenländer gegenüber, die als Abnehmer deutscher Waren erheblich wichtiger geworden seien. Einen besonders starken Bedeutungsgewinn weise vor allem China auf.

Regionale Verteilung deutscher Exporte: Eurozone wichtigster Markt

Doch nicht nur bei den Exporten, auch bei den Importen manifestiere sich die Außenhandelsverflechtung Deutschland. „Die deutschen Importe von Waren und Dienstleistungen entwickelten sich seit 2000 in der Tendenz ähnlich wie die Exporte und lagen 2011 mit 1,1 Billionen Euro nominal um 62 Prozent höher als 2000“, so Raschen. Auch mit Investitionen ist die Bundesrepublik im Ausland stark engagiert: Der Kapitalbestand deutscher Direktinvestitionen (DI) habe 2010 mit exakt 1,08 Billionen Euro erstmals die Billionengrenze überschritten. Dies entspreche nahezu einer Verdoppelung im Vergleich zum Jahr 2000. Mit Blick auf die Fortsetzung der wirtschaftlichen Globalisierung und der Tatsache, dass sich neben den großen Industriestaaten auch viele Transformationsländer des ehemaligen Ostblocks sowie etliche Schwellenländer zu „Global Players“ entwickelten, sei es erfreulich festzustellen, so Rasch, „dass Deutschland keineswegs zurückgefallen ist, sondern seinen Anteil am weltweiten DI-Kapitalbestand seit 2000 bei sieben Prozent halten konnte.“

Insgesamt lasse sich feststellen, so Raschen, dass die deutsche Wirtschaft nach wie vor auf ausländische Märkte fokussiert sei. Sowohl als Exporteur als auch bei Auslandsinvestitionen konnte sich Deutschland gegen aufstrebende Regionen behaupten. „Der dortige wirtschaftliche Aufschwung hat diese Länder als Handelspartner und Investitionsstandort attraktiver gemacht“, meint Raschen. Deutschland befände sich derzeit in einer Lage, um die es viele Länder beneiden: Auf der Grundlage außenwirtschaftlicher Erfolge die Binnennachfrage entwickeln zu können. Raschen mahnt jedoch auch zur Vorsicht. Denn obwohl Deutschland mit seiner internationalen Ausrichtung insgesamt sehr gut gefahren sei, habe die globale Finanzkrise doch sehr nachdrücklich gezeigt, dass außenhandelsintensive Volkswirtschaften besonders anfällig seien.


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